Wissenschaftlicher Hintergrund

Die Bedeutung von Enzymen beim Medikamentenstoffwechsel

Damit ein Arzneimittel seine Wirkung entfalten kann, muss es im Körper verschiedene Prozesse durchlaufen, Enzyme und Transportproteine übernehmen dabei entscheidende Aufgaben und beeinflussen, wie schnell und in welchem Umfang ein Wirkstoff im Körper verfügbar ist.

Variationen im genetischen Bauplan dieser Enzyme können ihre Aktivität beeinflussen:

  • Verminderte Aktivität: Das Enzym arbeitet eingeschränkt, wodurch z. B. Wirkstoffe langsamer abgebaut oder unzureichend aktiviert werden.

  • Fehlende Aktivität: Bestimmte Wirkstoffe können nicht oder nur unzureichend abgebaut werden.

  • Erhöhte Aktivität: Ein beschleunigter Abbau kann zur Minderung der Wirksamkeit durch einen beschleunigten Abbau führen.

Auch Transportproteine und molekulare Zielstrukturen können durch genetische Unterschiede beeinflusst werden.

Genetische Mutationen und ihre Bedeutung

Jeder Mensch besitzt einen individuellen genetischen Bauplan. Dabei unterscheiden sich Menschen an Millionen von Stellen in ihrer DNA voneinander. Diese sogenannten Polymorphismen sind in der Regel natürlich und werden häufig vererbt. Ein Teil dieser Unterschiede kann beeinflussen, wie der Körper mit Arzneimitteln umgeht. Dadurch kann ein Medikament bei verschiedenen Menschen unterschiedlich schnell oder stark wirken und sich auch in seiner Verträglichkeit unterscheiden.

Personalisierte Lösungen auf Basis der individuellen Genetik

Auf Grundlage der individuellen genetischen Befunde lassen sich Empfehlungen für die Arzneimitteltherapie ableiten. Dazu können beispielsweise eine Anpassung der Dosierung oder die Auswahl eines alternativen Wirkstoffes gehören. So können genetisch bedingte Unterschiede in der Wirksamkeit und Verträglichkeit von Ihren behandelnden Ärzten berücksichtigt werden.